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Réfer. : AL1401
Auteur : Michaele Majero.
Titre : Atalanta Fvgiens.
S/titre : hoc est, Emblemata Nova de Secretis Naturae Chymica.
Herausgegeben von Lucas Heinrich Wüthrich.
Editeur : Im Bärenreiter-Verlag. Kassel und Basel.
Date éd. : 1964 .


**** A T T E N T I O N ****

Ce document étant sujet à droits d'auteur, n'est composé que du début, et des tables éven-
tuelles. Reportez-vous aux références ci-dessus
pour vous le procurer.

**** A T T E N T I O N ****
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Im diesem Buch summiert sich unter
dem Schleier barocker Universalität
das gesamte damalige Wissen um
die inneren Zusammenhänge zwischen
Natur und Geist. Die Geheimnisse
der alten Chemie werden im
Bild, im Emblem, in der Fuge und
im dichterischen Wort (deutsch und
lateinisch) offenbart. Maiers "Atalanta
fugiens" war für den humanistisch
gebildeten Arzt und Philosophen
eine Art Erbauungsbuch. Für
die Geschichte der Chemie bildet es
den Höhepunkt in der kunstverbrämten
"chymischen" Literatur des
Abendlandes, in dem Philosophie
und Wissenschaft zur unzertrennlichen
Einheit verschmelzen.
Von besonderem Wert ist dieses
Buch wegen der zierlichen Kupferillustrationen
von Matthäus Merian
d. Ä., dem Schöpfer der berühmten
Topographien Europas. So sind denn
auch in einigen Stichen bekannte
Städtebilder erkennbar. Von musikhistorischem
Wert sind auch die
Vertonungen der lateinischen Sprüche
in Form von dreistimmigen Fugen.
Da nur wenige Exemplare der
ersten Auflagen von 1617 und 1618
erhalten sind, kommt dieser Faksimileausgabe
eine große Bedeutung
zu. Sie wird bei Ärzten, Naturwissenschaftern,
wie zum Beispiel Medizin
- und Chemiehistorikern, aber
auch beim Kunst - und Musikfreund
freudigem Interesse begegnen.

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Atalanta Fugiens.

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A T A L A N T A F U G I E N S
hoc est
E M B L E M A T A N O V A D E S E C R E T I S N A T U R A E
C H Y M I C A
Authore Michaele Majero
Faksimile-Druck der Oppenheimer Originalausgabe von 1618 mit 52 Stichen von Matthaeus Merian d. Ä. Herausgegeben von Lucas Heinrich Wüthrich


IM BÄRENREITER-VERLAG KASSEL UND BASEL 1 9 6 4
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Alle Rechte vorbehalten. (c) Bärenreiter-Verlag Kassel 1964. Faksimile-Druck Omnitypie-
Gesellschaft Leopold Zechnall Nachf. Stuttgart. Text und buchbindearbeit Bärenreiter Kassel

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N A C H W O R T
Maiers "Atalanta Fugiens" darf als ein Kompendium der Alchemie (1) und ihrer verworrenen
Symbolwelt gelten. Das Buch erschien während der üppigen Spätblüte der
sogenannten "Königlichen Wissenschaft", zu Beginn des 17. Jahrhunderts, gleichsam
als eines der abschließenden und zugleich schönsten Erinnerungswerke an die inzwischen
gänzlich überwundene, ehemals aber weltbewegende Lehre. Dank der
vorzüglichen Kupferbilder ist die "Atalanta Fugiens" seit ihrem Erscheinen eine
mit Vorliebe benützte Arbeit über die alchemistische Symbolik gewesen und oft
zitiert und abgebildet worden. Nur wenig Exemplare der originalen Fassung haben
sich bis heute erhalten. Den meisten Interessenten werden diese bloß unter erschwerten
Bedingungen zugänglich sein. Mit der vorliegenden Faksimileausgabe soll die
schon oft empfundene Lücke geschlossen werden.

*
Es wäre müßig, hier im Rahmen eines Nachworts das, was bewährte Autoren wie
Eliade, Read und Hartlaub in vorzüglicher Weise über die Ziele und das Wesen
der Alchemie geschrieben haben, zu wiederholen. Man greife fürs Allgemeine
zu dem im angeschlossenen Literaturverzeichnis aufgeführten neueren und meist
leicht verständlichen Schrifttum. Indessen sollen hier zum Verständnis der arkanen
Wissenschaft und besonders dieses Buches die notwendigen Hinweise gegeben und
darüber hinaus einige Gedanken -- mitunter mehr persönlicher Färbung -- zum
Thema geäußert werden.
Man könnte die Alchemie als die gnostische Periode der Naturwissenschaften bezeichnen,
insofern als sie an der Unklarheit ihrer Vorstellungen litt und durch ihr pansophisches
Wesen nie zur Einheit der Doktrin gelangte. Sie mag auch als Vorstufe oder --
wie Read sagt -- als "Vorspiel" (2) zur Chemie betrachtet werden. Im Gegensatz zu
dieser war sie aber nur zu einem kleinen und unbewußten Teil exakte Wissenschaft
im modernen Sinn. Heute erkennt man in ihr allgemein einen langen Irrweg menschlichen
Denkens und Tuns, übersieht dabei aber wichtige Tatsachen. So hatte die
Alchemie beispielsweise immer ein -- leider unerreichbares -- Endziel vor Augen,
während die heutigen Naturwissenschaften ohne philosophische Grundlage arbeiten.
Es wäre nur schon deshalb ungerecht, die alchemistische Lehre mit dem Hochmut der
Gegenwart abzulehnen. Sie beschäftige sich nicht bloß mit der Umwelt, sie war
reicher, verband sie doch Außen - und Innenwelt, Körper und Seele, Wirklichkeit
und Vorstellung, Objekt und Subjekt, Erde und Himmel miteinander. Sie war eine
"heilige Wissenschaft" (3). Wie alle echten Religionen verlangte sie von ihren Jüngern
das Bekenntnis und von der Welt die Achtung. Während einer langen Zeit ist sie

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4 N A C H W O R T
als breiter Strom durch die menschliche Gesellschaft geflossen. Als Spiegel menschlichen
Denkens muß sie ernst genommen werden. Auf dem, was die Menschen -- alle
oder eine Elite -- glauben, baut sich deren jeweilige Ideenwelt auf. Die den Epochen
innewohnenden Glaubensinhalte zu bestimmen, ist eines der Ziele der Geschichte, zu
urteilen ist ihre Aufgabe nicht.
Dadurch, daß die Alchemie als abgeschlossenes Kapitel der Geistesgeschichte betrachtet
und deshalb für historisch gelten kann (ihre Nachspiele erfüllten zwar noch
das 18. Jahrhundert mit verschiedener Lautstärke und verklangen erst in dem
unsrigen vollständig) entspricht sie einer archaischen oder, mit Hartlaubs Worten,
einer "fossilen" Wissenschaft (4). Im Abendland entwickelte sie sich während Jahrhunderten
als eine aus antikem und christlichem Nährboden aufkeimende esoterische
Disziplin. Ihre Wurzeln hafteten in der altägyptischen und islamitischen Philosophie,
in der griechischen Mythologie und in der Gnosis. Ihr Stamm brach durch den Boden
des Christentums mit seiner differenzierten Mystik. Zu Maiers Zeiten koagulierten
diese Geistesströme zu einer zähen und zugleich elastischen Masse, die schon ehemals
und heute noch viel mehr geistig zu digerieren nicht nur Allwissenheit, sondern
auch eine gute Dosis phantasiebetonten Einfühlungsvermögens erfordert.
Die Kraft zu geistigen und handwerklichen Leistungen floß dem rechten Adepten
aus dem Gebet und der Meditation zu. Der wahre Alchemist hielt sich für einen Auserwählten,
auch für einen zu früh Geborenen. Ein betonter, priesterlich verschlossener
Stolz war ihm eigen. Er wußte, daß die Allgemeinheit an seiner Wissenschaft nie
teilhaben könne, daß er bei ihr auf Unverstand, Stumpfheit und Dummheit stoße
(mit denen sich üblicherweise Spott und Hohn als ein Adäquates verbindet). Er
wußte, daß der Heilige nur als Geheimnis seine Heiligkeit bewahrt. Deshalb sonderte
er sich von der Außenwelt ab, lebte im Studierzimmer und im Laboratorium, begrub
sein Wissen in sich selbst und nahm es meistens mit sich ins Grab. Allenfalls einem
kleinen Kreis bevorzugter Gleichgesinnter offenbarte er in der Sprache eines Geheimcodes
sein Tun und seine Entdeckungen. Fierz-David sieht in dieser Verhaltensweise
nebenbei ein sittliches und beschützendes Moment, wenn er sagt: "Die Verwendung
des Schießpulvers zeigt deutlich, wie recht die Meister hatten, wenn sie die äußere
Anwendung ihres Werkes verpönten und ihre Verfahren geheim zu halten befahlen.
" (5)
Über das Wesen der Lehre und die Aufgabe des Alchemisten ergeht sich Maier im
Vorwort zur "Atalanta Fugiens" (p. 6) selber mit deutlichen Worten: "Zur Ausbildung
des Verständnisses hat Gott eine ansehnliche Zahl von Geheimnissen in der
Natur verborgen; sie werden durch unzählige Wissenschaften und Künste wie das
Feuer aus dem Stein herausgeschlagen und verwendbar gemacht. Unter allen diesen
Geheimnissen sind die chemischen nicht die letzten, sondern die ersten und wertvollsten.
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N A C H W O R T 5
Doch sie sollen nicht von marktschreierischen Betrügern und verkappten
Pseudowissenschaftlern (die freilich wie geigende Esel aller Gelehrsamkeit und guten
Absicht bar sind), sondern von hoher Begabten, zum Guten Erzogenen und zum
Großen Begnadeten erforscht werden."

*
Die Eingeweihten glaubten, daß die ganze gottgeschaffene Erde, Materie und Leben
(samt Geist und Seele), im Grunde genommen aus ein und demselben Material durch
Wandlung und Differenzierung entstanden sei. Allen, auch den voneinander völlig
verschiedenen Stoffen, hafte -- gleichsam als Erinnerung -- das ursprüngliche Wesen
noch an. Indessen, so glaubten die Alchemisten ferner, gäbe es ein Medium, eine
"Prima Materia", mit dessen Hilfe die Stoffe nach Belieben untereinander verwandelt
werden könnten. Das Mittel, das die Transmutation ermöglichen sollte, ist identisch
mit dem "Stein der Weisen'`, nach dem alle Alchemisten als dem Endziel ihrer Tätigkeit
suchten. Daß die Mythologien vergangener Kulturen und auch die christlichen
Oberlieferungen lauter unerkannte Symbole für die Gewinnung und die Existenz
des Steins der Weisen darstellten, war ihre ernste Meinung. Dies gilt zumal für die
Endphase der Alchemie, als einer deren Hauptvertreter Michael Maier angesehen
werden kann.
Der Alchemist befaßte sich also mit den Stoffen dieser Erde und versuchte, sie mit
Hilfe seines symbolträchtigen Wissens zur Transmutation zu bewegen. Er war überzeugt,
daß ihm das nur gelinge, wenn er sich eines ehrbaren Lebenswandels befleißige
und gottesfürchtig den Erfolg erbete und geduldig abwarte. Daß die Geheimbündelei
des Barockzeitalters dieser Geisteshaltung entgegenkam und von ihr weitgehend
getragen wurde, ist hinlänglich bekannt. Der zu Beginn des 17. Jahrhunderts
aufkommende "Orden der Rosenkreuzer", zu dem sich Maier mutig und offen
bekannte (6), bezog die Alchemie in seine christlich fundierte Aktivität als wichtigstes
Element ein. Auf einem Stich von Paullus van der Doort (1653) (7) hat der sich
alchimistisch betätigende Rosenkreuzer neben dem Laboratorium einen zeltartigen
Tempel mit Altar errichtet, vor dem er sich niederwirft und Gott bittet, ihn in
seiner Wissenschaft zum Erfolg zu führen. An der Decke des Raumes steht "Sine
afflatu divino, nemo unquam vir magnus".
Gold und Silber künstlich durch Transmutation aus anderen Stoffen, etwa Quecksilber
oder Blei, zu gewinnen, war das Ziel der gewöhnlichen Alchemisten, der
sogenannten "Puffer", die die Lehre rein exoterisch auffaßten und ausschließlich
praktisch betrieben. Sie konnten in die tieferen Geheimnisse infolge ihrer mangelnden
Bildung nicht eindringen, sie blieben Mitläufer der Bewegung und suchten
wohl auch durch Schlich und Trick ihren Kollegen und besonders den Erwählten
die Erkenntnisse abzujagen. Nach dem sowohl Körper als auch Seele wandelnden

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Fin du texte de ce document, ce document étant sujet à droits d'auteur.
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L I T E R A T U R
(Die mit * bezeichneten Bücher enthalten wesentliche Angaben über Michael Maier oder die
"Atalanta Fugiens". Bei den übrigen handelt es sich teils um Handbücher, teils um eine
Auslese guter und zuverlässiger Betrachtungen über die Geschichte und das Wesen der
Alchemie).

Titus Burckhardt, Alchemie Sinn und Weltbild, Olten (Walter) 1960.
* J. B. Craven, Count Michael Maier Life and Writings, Kirkwall 1910.
"Du" 15. Jahrgang, April (4) 1955, Zürich, S. 42 - 43 (Aniela Jaffé).
Robert Eitner, Biographisch-bibliographisches Quellenlexikon der Musiker und Musikgelehrten
Band 6, S.283, Leipzig (Breitkopf & Härtel) 1902.
Mircea Eliade, Schmiede und Alchemisten, Stuttgart (Klett) 1960.
* Curt von Faber du Faur, German Baroque Literature, New Haven (Yale University Press)
1958 (S.185).
John Ferguson, Bibliotheca Chemica, 2 Bde., Glasgow 1906.
H. E. Fierz-David, Die Entwicklungsgeschichte der Chemie, Basel (Birkhäuser) 1945.
* G. F. Hartlaub, Arcana Artis, in: Zt. schr. f. Kunstgesch. VI (1937), S. 289 - 324.
* G. F. Hartlaub, Alchemisten und Rosenkreuzer, Heidelberg 1947.
Gustav Friedrich Hartlaub, Chymische Märchen, Sonderdruck aus der Werkzeitung "Die
BASF", Ludwigshafen a. Rhein 1954/55.
* G. F. Hartlaub, Der Stein der Weisen, München (Prestel) 1959.
E. J. Holmyard, Alchemy, London (Pelican Books) 1956.
* Christian Gottlieb Jöcher, Allg. Gelehrten-Lexicon, Theil III, Spalten 329 - 330, Leipzig
1751.
* H. M. E. de Jong, Kanttekening bij Michaël Maier's Atalanta Fugiens, in Album Discipulorum
aangeboden aan Prof. Dr. J. G. van Gelder, S. 79 - 91, Utrecht 1963.
Edmund O. von Lippmann, Entstehung und Ausbreitung der Alchemie, 3 Bde., I. Berlin 1919,
II. Berlin 1931, III. Weinheim/Bergstraße 1954.
* Mario Praz, Studies in Seventeenth-Century Imagery, 2 Bde., I. London 1939, II. London
1947 (bes. S.102).
Reallexikon zur deutschen Kunstgesch., Band 5, Lieferung 49 - 50, Artikel "Emblem" (bes.
S. 179), Stuttgart 1959.
* John Read, Prelude to Chemistry, London (Bell) 1936.
* John Read, The Alchemist in Life Literature and Art, London (Nelson) 1947.
* John Read, Through Alchemy to Chemistry, London 1957.
* Karl Christoph Schmieder, Geschichte der Alchemie (Faksimiledruck der 1. Auflage vor
1832), München-Planegg 1927.
Franz Strunz, siehe Einleitung zu K. Chr. Schmieder (1927).
Frank Sherwood Taylor, The Alchemists Founders of Modern Chemistry, London (Heine.
mann) 1951.

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MATTHAEUS MERIAN
Topographia Germaniae
Faksimileausgabe unter Mitarbeit von
Lucas Heinrich Wüthrich
Sechzehn Bände im originalformat von
den berühmten Kupferstichen deutscher
Städte von Matthaeus Merian und den
originellen Texten von Martin Zeiller.

Bayern / Böhmen . Mähren . Schlesien
/ Brandenburg . Pommern /
Braunschweig-Lüneburg / Burgund .
Niederlande / Elsaß / Franken / Hessen
/ Mainz . Trier . Köln / Niedersachsen
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Rheinpfalz / Schwaben / Schweiz /
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Merian, Topographia Germaniae" erhalten
sie in jeder guten Buchhandlung.

*
LUCAS HEINRICH WÜTHRICH
Die Handzeichnungen von Matthaeus Merian d. Ä.
232 Seiten davon 120 Seiten Text und
112 Kunstdruktafeln mit 150 Abbildungen.
Leinenband mit Schutzumschlag.

Eine wissenschaftliche Untersuchung
über Matthaeus Merian als Zeichner,
von der neues Licht auf die künstlerischen
Zusammenhänge im Beginn des
17. Jahrhunderts fällt. Neben den bekannten
Kupferstecher tritt hier der
ebenso bedeutende Zeichner.
Bärenreiter = Verlag Kassel& und Basel
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